Wie bekannt, gewann unsere Mannschaft in der 23. Runde der Merkantil Bank Liga mit 2:1 bei BVSC-Zugló. In der 82. Minute brachte Tamás Feczkó Erik Kovács, der mit 16 Jahren und 111 Tagen zum zweitjüngsten Akademiespieler aller Zeiten (und insgesamt zum 73.) wurde, der für die erste Mannschaft zum Einsatz kam. Noel Keresztes, der ebenfalls zu unserem Team gehört, war nur 62 Tage 'schneller'. Wir sprachen mit Erik über seine Eingewöhnung, die Trainingsarbeit, seine Gefühle und Ambitionen.
Du bist im Sommer 2023 aus dem Nachwuchs von UTE zu uns gekommen. Wie hast du die Zeit seitdem erlebt?
Als ich zu Honvéd kam, geriet ich in eine völlig neue Umgebung. Obwohl ich aus Budapest komme, zog ich sofort in die Akademie ein, und die ersten zwei Monate waren sehr schwer für mich. Zuvor hatte ich vor und nach dem Training viel Zeit mit meiner Familie verbracht. Dann hat sich alles eingespielt und ich konnte dort weitermachen, wo ich in Újpest aufgehört hatte.
In der Wintervorbereitung konntest du bereits gegen Budafoki MTE für die erste Mannschaft von Honvéd spielen. In der Liga stand dein Name mehrfach im Spieltagskader, ehe du gegen BVSC dein Pflichtspieldebüt für die erste Mannschaft gabst.
Bei drei Spielen – gegen Mezőkövesd, Csákvár und jetzt BVSC – war ich im Kader. Jedes Mal wärmte ich mich auf, schaute zur Bank und wartete darauf, wann Tomi bá (Tamás Feczkó, Cheftrainer – Anm. d. Red.) mich ruft und einwechselt. Zuerst konnte ich kaum glauben, dass Pista bá (István Paulik, Co-Trainer – Anm. d. Red.) meinen Namen gesagt hatte. Ich lief los, blieb dann kurz stehen und sprintete schließlich hin. Ich trug kein Messgerät, aber mein Puls ist sicher durch die Decke gegangen.
In der 82. Minute hast du Zoli Medgyes ersetzt, der erstmals im Kispester Trikot doppelt getroffen hatte. Wir wissen, dass in so einem Moment keine Zeit für lange Gespräche bleibt – hat er dir etwas gesagt?
Nur: 'Los! Genau wie im Training!' Seit drei Wochen trainiere ich mit ihnen. Zunächst kamen mehrere von uns gemeinsam zur ersten Mannschaft. Vor dem Spiel gegen Mezőkövesd wurde erstmals angekündigt, dass einer von uns auf der Bank sitzen darf. Der Trainer entschied sich für mich, und danach konnte ich weiter oben mittrainieren. Wegen der Länderspielpause fiel eine Woche aus, sodass ich im Testspiel gegen Budafok mein Debüt geben konnte.
Wie erlebst du das alles in so jungen Jahren?
Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen und mir vom ersten Moment an viel geholfen. Von den Mitspielern und Trainern habe ich viel Lob bekommen, was sich gut anfühlt. Wenn Tomi bá ankündigt, dass ich im Kader bin, erfüllt mich das jedes Mal mit riesiger Freude. Egal wie müde ich bin, ich komme immer glücklich zum Training. Oft haben wir morgens und nachmittags Training; an meinem ersten Tag mit zwei Einheiten konnte ich am Ende kaum noch auf den Beinen stehen. Das ist jetzt meine dritte Woche, inzwischen habe ich mich an den Rhythmus gewöhnt. An diesem Wochenende habe ich zwei Spiele bestritten: Mit der U17 war ich in Szeged, gegen BVSC durfte ich auf der Bank sitzen und mein Debüt geben.
Mehr als fünfhundert Fans begleiteten die Mannschaft erneut und unterstützten sie bis zum Schluss. Bei Nachwuchsspielen, bei denen meist die Eltern der Spieler auf der Tribüne sitzen, ist das ungewöhnlich.
Ja, in der Kommunikation ist der Unterschied riesig. Früher hörte ich auf dem Platz nur die Anweisungen der Trainer und meine Mitspieler. Schon nach Mezőkövesd kamen sehr viele mit, aber auf dem BVSC-Platz sah ich beim Herauskommen aus dem Spielertunnel einen voll besetzten Gästeblock. Selbst meine Eltern fanden kaum einen Platz auf der Tribüne. Dieses Spiel werde ich nie vergessen! Ich habe jede Sekunde der Partie und der gesamten Atmosphäre sehr genossen.
Du hast auswärts debütiert. Wie anders wäre es, wenn du auch in der Bozsik Aréna spielen könntest, vielleicht schon in der nächsten Runde gegen Gyirmót?
Ich habe im Bozsik schon gespielt und auch auf der Tribüne gesessen, aber als ich die vorbereitete Kabine mit meinem aufgehängten Trikot und meiner Nummer sah... da war ich schon glücklich. Und als wir zum Aufwärmen rausgingen und ich die Fans sah, war das wieder ein ganz anderes Gefühl. Wenn Tomi bá mir tatsächlich die Chance gibt, werde ich versuchen, den Druck loszulassen, dass mehrere tausend Menschen jede meiner Aktionen beobachten.
Empfindest du die Atmosphäre als Druck oder eher als zusätzliche Motivation?
Gegen Mezőkövesd habe ich noch Druck gespürt, in Zugló fühlte ich mich dagegen frei, sobald ich eingewechselt wurde. Ich hoffe, dass ich auch gegen Gyirmót in den Kader komme und vielleicht sogar spielen darf.
Hast du dein Trikot behalten?
Zwei Leute baten mich, ihnen mein Trikot zu geben, aber ich dachte, es wäre nach meinem ersten Spiel mit 16 ziemlich überheblich, es einfach 'wegzugeben', also kam es zurück in die Zeugkammer.
Wie schwer ist es, nach einem U17-Spiel wieder umzuschalten und sich bei den Erwachsenen zu beweisen? Wo spürst du den größten Unterschied?
Eigentlich musste ich von den Erwachsenen zur U17 und danach wieder zurück zu den Erwachsenen wechseln, weil ich zuletzt fast gar nicht mit meiner Altersklasse trainiert habe. In den ersten zehn Minuten des U17-Spiels musste ich mich daran gewöhnen, dass das Spiel viel langsamer läuft als bei den Erwachsenen. Ich habe viel mehr Zeit zum Nachdenken, während man bei den Erwachsenen nach der Ballannahme schon passen muss. Deshalb war ich auch in der U17 oft zu hektisch, weil sich das in den vergangenen Wochen bei mir eingeprägt hat.
Welche Ambitionen hast du für die Zukunft?
Ich habe langfristige Ziele und auch Dinge, die ich in naher Zukunft erreichen möchte. Ich wollte so schnell wie möglich Einsatzminuten in der ersten Mannschaft bekommen – überraschenderweise ist mir das ziemlich schnell gelungen. Außerdem möchte ich wieder in die Nationalmannschaft meiner Altersklasse kommen. Langfristig möchte ich mich im Ausland bei einem möglichst großen Klub ausprobieren. Weiter möchte ich mit 16 im Moment noch nicht denken.
Attila Miskei, sportlicher Leiter unserer Akademie:
„Die Akademie hat eine klare Vorstellung davon, wie sie Spieler entwickeln möchte. Wir haben die Spielerprofile, nach denen wir suchen. Mit bewusster Planung müssen wir unseren Spielern Karrierepläne aufzeigen. Im Wesentlichen hat der Eigentümer zwei Wege vorgegeben. Einer besteht darin, Spieler für die erste Mannschaft auszubilden. Das ist für die Produktivität und auch für uns selbst sehr wichtig, denn diese jungen Spieler mit Honvéd im Herzen sind die Zukunft unseres Klubs. Die zweite Möglichkeit besteht darin, junge Spieler ins Ausland verkaufen zu können. Eriks Eltern waren hervorragende Sportler, und er selbst ist mit sehr guten Werten aufgewachsen. Er hat großes Potenzial, und gemeinsam mit all meinen Kollegen müssen wir seine weitere Entwicklung unterstützen.“


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