Kispest–Honvéd FC
Kispest–Honvéd FC
Historischer Überblick des Vereins

Historischer Überblick des Vereins

DIE ANFÄNGE

Bereits Anfang 1904 gab es in Kispest erste Bestrebungen, den Fußballsport zu etablieren. Eine Schülermannschaft des unter dem Namen Kispesti Sport Club gegründeten Vereins wurde beim Jugendfußballverband (Ifjúsági Labdarúgó Szövetség) angemeldet; über das weitere Schicksal des Klubs ist jedoch wenig überliefert. Auf Initiative des engagierten Lehrers Dr. Bálint Varga wurde schließlich am 10. August 1908 im Restaurant Éder der Kispesti Athletikai Club ins Leben gerufen.

Neben Leichtathletik, Turnen und Fechten wurde nach kurzen Diskussionen auch Fußball in das Sportangebot aufgenommen. Dr. Bálint Varga wurde Präsident, während István Bede für die Fechter und Béla Mayer für die Fußballer als Vereinsleiter fungierten. Die Satzung wurde von den Mitgliedern jedoch abgelehnt, woraufhin Varga gekränkt zurücktrat. Ein Jahr lang führte István Bede die Vereinsgeschäfte, der vor allem Hallensportarten förderte. Die Gräben zwischen den Lagern vertieften sich, verschärft durch finanzielle Nöte. Um Abhilfe zu schaffen, veranstaltete man am 1. Februar 1909 einen KAC-Ball; die Verteilung des Erlöses (100 Kronen) entfachte jedoch neue Streitigkeiten.

Im Frühjahr 1909 nahm der Fußballbetrieb auf der Katona-Wiese (einem Freigelände zwischen der Fő utca und der Batthyány utca) Fahrt auf. Die ersten inoffiziellen Partien wurden gegen Mannschaften aus Erzsébetfalva, Lőrinc, Rákosliget und Rákoscsaba bestritten. Zwei Förderer, Károly Schmoch und László Szűcs, versuchten vergeblich, die Differenzen beizulegen. Im Juli 1909 stand der KAC kurz vor der Auflösung. Wegen interner Streitigkeiten verließen Vizepräsident László Szűcs und Fußballabteilungsleiter Jenő Krausz den Verein.

Am 3. August 1909, knapp ein Jahr nach den ersten Schritten, wurde der Kispesti Atlétikai Club auf einer Generalversammlung endgültig gegründet – mit acht Abteilungen (Leichtathletik, Ringen, Radsport, Boxen, Tennis, Turnen, Fechten und Fußball). Bei der Versammlung kehrten erfahrene Funktionäre in den Vorstand zurück, während der Präsidentenposten zunächst unbesetzt blieb. Die erste Führung des KAC setzte sich wie folgt zusammen:
Vizepräsidenten: Károly Schmoch und Jenő Krausz
Sekretär: Jenő Tihanyi
Kassierer: Simon Hartman
Revisoren: Béla Mayer und Sándor Reiner
Schriftführer: Ferenc Kurserka
Zeugwart: Ignác Schiller
Ausschussmitglieder: Ödön Ács, Győző Kollarik, József Müller, Sándor Pintér, Béla Ries, Károly Steinhauser, Vilmos Steinhauser, Ferenc Tárnok, Jenő Taigiszer, Nándor Tordy

Am 10. Dezember 1909 nahm der Ungarische Fußballverband (MLSZ) den KAC als Mitglied auf. Das erste Freundschaftsspiel bestritt Kispest gegen die Reserve des MAC und verlor mit 0:5. Der Verband stufte das Team in die Pest-Bezirksmeisterschaft (Pestvidéki Bajnokság) ein, die Mitte September 1909 über zwei Runden ausgetragen wurde. Dies war Kispests erste offizielle Meisterschaft. Das Auftaktspiel endete siegreich: Am 19. September 1909 gewann das Team in Monor mit 3:1. Die folgende Partie in Pesterzsébet entschied der spätere Meister Erzsébetfalvai TC mit 4:1 für sich.

Im Herbst 1910 rief der MLSZ die IV. Liga ins Leben. Nachdem Kispest dem Bezirk Budapest zugeordnet worden war, meldete sich der Verein für diese Meisterschaft an. Da Kispest zuvor dem Umland angehört hatte, traf die Meldung verspätet ein. Da der KAC die Verzögerung nicht verschuldet hatte und keine Einwände anderer Klubs vorlagen, akzeptierte der Verband die Teilnahme. In der Spielzeit 1910/11 belegte man überraschend Rang zwei hinter dem Budapesti Testgyakorlók Köre.

Das Jahr 1911 brachte tiefgreifende Veränderungen für den Verein. Einer der wohlhabendsten Bürger Kispests, der Architekt Károly Csimár, wurde Präsident des KAC und spendete dem Klub umgehend 1.000 Kronen – damals eine außerordentliche Hilfe für den finanzschwachen Verein. In der Saison 1911/12 der III. Liga belegte Kispest den 8. Platz. Im selben Jahr fand in Brünn das erste internationale Spiel statt, das gegen den FC Brünn mit 2:1 gewonnen wurde.

1913 feierte die Mannschaft ihren ersten Meistertitel in der III. Liga. Im selben Jahr wurde der vereinseigene Platz in der Sárkány utca eingeweiht, den die Kontrahenten später treffend als „Drachenhöhle“ bezeichneten.

In der Spielzeit 1913/14 führte der rasante Popularitätsgewinn des Fußballs zu einem Anstieg der Budapester Vereine von 55 auf 71. Infolgedessen sah sich der MLSZ gezwungen, den Ligabetrieb neu zu strukturieren. Wegen Einberufungen zum Militär und Spannungen unter den Klubs musste der Verband die Meisterschaften vorübergehend aussetzen und überließ den Vereinen die Austragung verschiedener Pokalturniere. Das von MTK angeführte Lager spielte um den Hungária-Pokal, während die Friedensfraktion um den FTC um den Auguszta-Pokal antrat. Im Frühjahr 1915 wurde nach Beilegung der Streitigkeiten eine Amateur-Liga mit 14 Teilnehmern in einer einfachen Runde organisiert. Kispest hätte in der II. Liga antreten sollen, wurde vom Verband jedoch unverständlicherweise in den „Pest-Umland-Pokal“ eingeteilt, wo das Team Platz zwei belegte. Da der Verband damals wenig geordnet agierte und ständige Reformen vornahm, überraschte es kaum, dass der KAC im darauffolgenden Jahr direkt in die erste Liga aufstieg, ohne jemals ein einziges Zweitligaspiel bestritten zu haben.

Im Herbst 1914 brach der Erste Weltkrieg aus, weshalb kein regulärer Ligabetrieb stattfand. Stattdessen schrieb der MLSZ für die Spitzenklubs den „Auguszta-Pokal“ aus, bei dem der KAC den 4. Platz belegte. Durch die Generalmobilmachung verlor der KAC seine komplette erste Mannschaft: Novák, Kollarik, Simon, Szabó, Kincs, Kiliti, Boldog, Jurcsó II., Schiller II., Kónya und Papek rückten zum Militärdienst ein. Nur dem unermüdlichen Einsatz von Geschäftsführer Jenő Krausz war es zu verdanken, dass der Verein nicht auseinanderbrach.

Im Herbst 1915 belegte die Kispester Mannschaft den 4. Rang.

Endlich, am 13. September 1916, trug der KAC in der Sárkány utca sein erstes Erstligaspiel (NB I) aus. Das Ergebnis: Kispesti AC gegen III. Kerületi TVE 0:3.

DIE ERSTE GROSSE MANNSCHAFT UND DER ERSTE GROSSE ERFOLG

1919–20. Ein sensationeller Auftakt! Bis zum 7. Spieltag hielt der KAC eine makellose Bilanz, ehe Meister MTK den Siegeszug mit 5:2 stoppte. In der nächsten Runde zeigte Kispest erneut eine Glanzleistung und entführte einen Punkt aus der Üllői út. Am Saisonende wurde die Mannschaft sensationell Vizemeister. Das Silber-Team: Varga, Saguly (Krebsz), Túri, Budai, Blasnik (Tóth), Stallmach, Boldog (Norik), Kiszely (Csontos), Jeszmás, Eisenhoffer, Rudolf Jeny.

Ende 1921 entbrannte der Kispester „Profiprozess“. In Zeiten bitterer Armut hatten Spieler Kleidung, Schuhe und Sachspenden angenommen – was damals als Vergehen galt. Infolge einer Anzeige – obwohl alle Vereine so handelten – begann jener berüchtigte Prozess, der diese vielversprechende Mannschaft zerstörte. Unsere besten Akteure wurden gesperrt und anschließend von Großklubs abgeworben. So verließen unter anderem Csontos, Jeszmás, Jeny und Eisenhoffer den Verein.

Doch der Klub bewies – ein Vorbild bis heute –, dass er nicht unterzukriegen war; der Kispester Wille erwies sich als unbezwingbar!

Der Dezember 1926 ging mit goldenen Lettern in die Vereinschronik ein. Im Wiederholungsspiel – das Hinspiel endete 1:1 – rangen die Kispester Jungs den BEAC nach 160 dramatischen Minuten mit 3:2 nieder und sicherten sich den Ungarischen Pokal. Die Pokalsiegermannschaft: Balla, Cesznák, Grohmusz, Mádi, Gregor, Marton, Borsos, Juhász, Jurácska, Hecktl, Mátéffy.

Mit dem Abschluss der Saison 1926 endete ein Zeitalter des ungarischen Fußballs: Die Ära des reinen bzw. scheinbaren Amateurismus war vorbei. Die Wirtschaftskrise der frühen 1930er-Jahre verschärfte die Lage im ungarischen Fußball weiter, was sich in neuen Steuern und bedenklichen Scheinamateur-Praktiken äußerte. Beschleunigt wurde dieser Wandel dadurch, dass das benachbarte Österreich im Herbst 1925 als erstes Land in Europa das Profitum eingeführt hatte. Nach Prüfung der österreichischen Verhältnisse beschloss der MLSZ: Der ungarische Fußball wird reformiert und der Professionalismus offiziell eingeführt. Im Sommer 1926 vollzog sich die Trennung und damit die Neuordnung unseres Fußballs: Die neugegründeten Profiklubs wurden in zwei Ligen eingeteilt, während die Amateurvereine in Budapest und den Regionen in Bezirksligen gegeneinander antraten.

1938 trat Kispest erstmals im Mitropapokal (Zentraleuropapokal) an. Gegner war Internazionale (damals AS Ambrosiana).

In Mailand: AS Ambrosiana Inter – Kispest FC 4:2 (0:2); in Budapest: Kispest FC – AS Ambrosiana Inter 1:1 (0:1).
Trotz des Ausscheidens gebührte der Mannschaft höchster Respekt für ihren beherzten Auftritt.

1940–41. Einzug ins Halbfinale des Ungarischen Pokals.

1944 bezwang Kispest Nagyvárad und Gamma und war auch im Finale des Szent-László-Pokals von Ferencváros nicht zu stoppen! Der Triumph wog umso schwerer, als wir die Grün-Weißen auf deren eigenem Platz an der Üllői út besiegten! Die Pokalsiegerelf: Mindszenti, Olajkár I., Perjési, Bozsik, Gazdag, Zalai, Egresi, Béres, Nemes, Mészáros, Puskás. Trainer: Ferenc Puskás sen.

DIE BESTE MANNSCHAFT DER WELT

1946–47 formierte sich das Gerüst der künftigen Honvéd-Legende: Die Formation Mihály Kiss – István Szalay (Sipos I), Herédi (Rákóczi) – Bozsik, Patyi, Bányai (Simonyi) – Béres (Cserjés), Budai I, Mészáros, Puskás, Babolcsay belegte den 2. Platz.

1949–50. Die Geburtsstunde der Goldenen Mannschaft („Aranycsapat“): Mit souveränem Vorsprung sicherte sich das Team den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Mitten in der Saison, am 18. Dezember 1949, übernahm das Verteidigungsministerium den Kispesti AC; daraus entstand der Budapesti Honvéd SE. Den ersten Meistertitel feierten wir bereits in Rot-Weiß. Nahezu dieselbe Stammelf bestritt die gesamte Saison, in der insgesamt lediglich 15 Spieler zum Einsatz kamen. Torschützenkönig wurde „Öcsi“ Puskás. „Heute ist einer der glücklichsten Tage meines Lebens. Für einen Trainer gibt es kein schöneres Geschenk, als wenn sein Team die Meisterschaft gewinnt“, erklärte Puskás senior.

Herbst 1950. Nun als Bp. Honvéd am Start, dominierte die Elf nach Belieben: Meistertitel, Puskás erneut Torschützenkönig mit 25 Treffern und Spieler des Jahres – wer sonst als Öcsi. Mit László Budai II und Sándor Kocsis war der Kader bereits hochkarätig verstärkt. Lediglich das Finale des Esti-Pokals ging knapp mit 2:3 gegen Textiles verloren.

1951. In der Meisterschaft reichte es „nur“ zu Silber, doch die Torjägerkrone blieb in Kispest – diesmal dank Sándor Kocsis.

1952 wurde nach 18 Jahren wieder eine Mannschaft ungeschlagen Meister: Dieses Kunststück gelang dem Bp. Honvéd, der die Saison mit nur fünf Unentschieden beendete! Dank temporeichem Kombinationsspiel und Kampfgeist ließ man Bástya hinter sich. Im zweiten Durchgang konnte das Team stets zulegen und drehte mehrfach Rückstände. Trainer Jenő Kalmár setzte 18 Spieler ein. Torschützenkönig wurde erneut Sándor Kocsis. Die Honvéd-Akteure bildeten das Rückgrat der Olympiasiegermannschaft, und der legendäre József „Cucu“ Bozsik wurde zum Spieler des Jahres gekürt.

1953. Erneut „nur“ Silber, doch Puskás wurde abermals Torschützenkönig, und Zoltán Czibor stieß zum Team. Ein weiterer Erfolg gelang mit dem Gewinn des Osterturniers gegen Austria und Rapid Wien. Am 20. August desselben Jahres wurde das Népstadion eingeweiht, wo wir Spartak Moskau mit 3:2 bezwangen.

Wegen zahlreicher Auslandstourneen und Länderspiele (Weltmeisterschaft) geriet die heimische Meisterschaft ins Hintertreffen. So kam es, dass die Meisterschaft von 1954 erst 1955 endete. Da der Kispester Platz in jenem Jahr umgebaut wurde, trug Honvéd seine Heimspiele mal auf dem Vasas-Platz im Népliget, mal an der Üllői út oder im Népstadion aus. Das legendäre 9:7-Torfestival fand erst im Folgejahr statt. Erstmals erzielte Kispest mehr als 100 Saisontore und sicherte sich souverän den Titel. Sándor Kocsis räumte ab: Er wurde Torschützenkönig und Fußballer des Jahres.

1955 stellte der Meister gleich zwei Torschützenkönige (Czibor und Machos trafen je 20-mal). Das Finale des Ungarischen Pokals ging jedoch mit 2:3 gegen Vasas verloren.

1956–57. Das Osterturnier gewannen wir erneut, doch die Meisterschaft wurde durch den Ungarischen Volksaufstand abgebrochen. Obwohl unser Team an der Tabellenspitze stand und den Titel wohl geholt hätte, wurde kein Meister gekürt. In den Tagen der Revolution nahm der Klub seinen ursprünglichen Namen (Kispesti AC) wieder an, durfte ihn jedoch nach Niederschlagung des Aufstands – anders als andere Vereine – nicht behalten.

Im Europapokal der Landesmeister scheiterte Honvéd an Athletic Bilbao; wegen der Ereignisse in Budapest wurden beide Partien auswärts ausgetragen (2:3 in Bilbao, 3:3 in Brüssel). Anschließend brach die Mannschaft zu einer Auslandstournee auf, die wesentlich dazu beitrug, den Verein weltbekannt zu machen.

Das Regime nach dem Aufstand verhängte Strafen gegen die Tournee-Teilnehmer.  Tichy, Machos, Solti und Palicskó waren nicht nach Südamerika gereist und blieben straffrei. Töröcsik I. und Dudás kehrten früher zurück und wurden bis zum 7. April gesperrt; die später heimgekehrten Bozsik, Bányai, Rákóczi, Faragó, Budai II. und Kotász erhielten Sperren bis zum 7. Juni. Am 1. Mai wurden jedoch alle Strafen erlassen. Sperren und Ausfälle zermürbten das Team, das die Saison auf Platz 11 beendete. Der schwerste Schlag war jedoch, dass Puskás, Kocsis und Czibor nicht nach Ungarn zurückkehrten und später bei Real Madrid sowie beim FC Barcelona Weltkarrieren hinlegten.

In der Saison 1957/58 spielte die Mannschaft im Népstadion wieder vor gewaltigen Kulissen (im Frühjahr 45.000 und im Herbst 80.000 gegen Vasas; 65.000 gegen MTK). Honvéd fing sich und verpasste die Meisterschaft nur um einen Punkt hinter MTK. 1959 hieß der neue Torschützenkönig Lajos Tichy, der diesen Titel noch viermal errang (1961, 1962, Herbst 1963, 1964). Zudem gewann Honvéd das Finale des Mitropapokals.

1962 verabschiedete sich einer der besten ungarischen Spieler aller Zeiten, József Bozsik, von der aktiven Bühne. „Ich nehme keinen endgültigen Abschied, alles verbindet mich mit Kispest. Ohne Fußball und ohne Kispest könnte ich schlichtweg nicht leben!“, sagte Bozsik unter Tränen.

Im Herbst 1963 verpasste die Mannschaft den Titel nur hauchdünn und wurde aufgrund des Torverhältnisses Zweiter. Im darauffolgenden Jahr gewann der BHSE erstmals seit 1926 wieder den Ungarischen Pokal. Die Pokalsiegerelf: Takács, Dudás, Sipos, Marosi, Nógrádi, Vági, Nagy A., Komora, Tichy, Tóth K., Katona. Trainer: Mihály Kispéter. Es war ein starkes Jahr: Vizemeisterschaft und die Torjägerkrone für Lajos Tichy.

1965 kam lediglich ein Sieg beim Osterturnier zur Titelsammlung hinzu.

1969 entstand eine neue Mannschaft: Unter Führung von Lajos Kocsis und dank der Treffer von Misi Kozma marschierte das Team zur Vizemeisterschaft. Sowohl in der Liga als auch im Pokal war nur Újpesti Dózsa stärker.

1971 wurde Kozma Torschützenkönig – ein Erfolg, den er 1974 und 1975 wiederholte –, und der Spieler des Jahres kam mit dem vorbildlichen Kämpfer Lajos Szűcs ebenfalls aus Kispest. 1972 und 1975 wurden wir erneut Vizemeister.

1977 gewann das Team das Turnier der Meister gegen den Erzrivalen Újpest; die anschließende Meisterschaft sicherten sich jedoch die Lila-Weißen mit einem Punkt Vorsprung vor Honvéd...

1980 folgte der lang ersehnte Meistertitel! 25 Jahre hatte der Verein auf diesen Triumph gewartet. Trainer war der legendäre Lajos Tichy, dessen Arbeit auch das Fundament für spätere Triumphe legte.

Die 1980er-Jahre bildeten die zweite goldene Ära des Vereins : Nach 1980 war in den Jahren 1984, 1985 und 1986 keine ungarische Mannschaft stärker als wir. 1985 gewann das Team von Imre Komora gegen Tatabánya zudem den Pokal. Lajos Détári wurde zwischen 1985 und 1987 dreimal in Folge ungarischer Torschützenkönig.

Ab 1988/89 durften wir unter Bertalan Bicskei zwei Meistertitel und einen Pokalsieg bejubeln; das bislang letzte Double gelang 1989 gegen Ferencváros durch das Tor von Imre Fodor.

Danach folgte eine Durststrecke; am Ende der Spielzeit 1989/90 drohte sogar der Abstieg, der erst in der Relegation abgewendet werden konnte. 1991 standen wir jedoch wieder ganz oben, diesmal mit György Mezey auf der Trainerbank. Nach vier Jahren stellte Kispest mit József Gregor wieder den Torschützenkönig. Im Sommer trennte sich der Fußballbereich vom Budapesti Honvéd; als landesweit erster Klub wurde der Spielbetrieb in eine Kft. ausgegliedert. Fortan traten wir als Kispest-Honvéd FC an und kehrten zu den traditionellen Vereinsfarben Rot-Schwarz zurück.

Im Herbst 1991 schied das Team im Europapokal der Landesmeister gegen den späteren Finalisten Sampdoria Genua aus. In Kispest schlugen wir den italienischen Meister mit 2:1, unterlagen im Rückspiel in Genua jedoch mit 1:3. Wenn nur dieser Kopfball von Negrau im oberen Toreck gelandet wäre...

Unseren 13. Meistertitel feierten wir 1993 unter dem finnischen Trainer Martti Kuusela. Im Europapokal erwischten wir erneut ein schweres Los: Diesmal war Manchester United die Endstation. Im folgenden Jahr hielt der Schwung noch an: Vizemeisterschaft und Pokalfinale, während Béla Illés mit 17 Treffern Torschützenkönig der Liga wurde. In den folgenden Jahren ging es jedoch bergab, und Leistungsträger wechselten zur Konkurrenz oder ins Ausland.

1996 bereicherte ein unvergesslicher Pokalsieg unsere Erfolgsbilanz : Durch späte Tore von Piroska und Argyelán in den letzten fünf Minuten des Rückspiels drehten wir das Duell gegen den BVSC. Danach setzte ein Niedergang ein; Jahr für Jahr kämpfte Kispest gegen den Abstieg, und Topspieler konnten nicht gehalten werden. Neben sportlichen Problemen lastete politischer Druck auf dem Klub, sodass bald das dunkelste Jahr der Vereinsgeschichte anbrach.

2003 geschah das bis dahin Undenkbare: Erstmals stiegen wir aus der NB I ab, und durch die Insolvenz der Betreibergesellschaft verloren wir Namen und Wappen. Der Traditionsklub stand vor dem endgültigen Aus. Der Spielerkader wurde fast vollständig erneuert. György Gálhidi übernahm das Traineramt und vollbrachte in kürzester Zeit ein kleines Wunder: Wir gewannen die 2. Liga als souveräner Spitzenreiter und erreichten das Pokalfinale. Das Endspiel ging zwar gegen den FTC verloren, doch berechtigte die Finalteilnahme zum Start im UEFA-Pokal.

Nach dem Tiefpunkt der Zweitklassigkeit etablierte sich Kispest wieder im Oberhaus – 2005 auf Platz 11, ein Jahr später auf Rang 13. Im Sommer 2006 folgten richtungsweisende Weichenstellungen: Hauptaktionär Piero Pini, der mit einer Verlegung des Vereins in die Provinz gedroht hatte, wurde von der Hemingway Group abgelöst. Unter George F. Hemingway folgte Attila Supka auf Aldo Dolcetti; der Kader wurde runderneuert, und das zuvor vernachlässigte Bozsik-Stadion wurde in Rekordzeit modernisiert. Das erfolgreiche Frühjahr begann mit der Einweihung des renovierten Stadions bei einem furiosen 6:0-Kantersieg gegen Vác. Finanzielle Stabilität, geordnete Verhältnisse und fundierte Arbeit machten aus dem Abstiegskandidaten ein Spitzenteam. Höhepunkt der Saison war das Pokalfinale am 9. Mai: Nach elf Jahren triumphierte Kispest wieder und bezwang Debrecen im Elfmeterschießen!

2009 feierten die Kispester Anhänger einen weiteren Pokalsieg; nach dem Rückspiel im heimischen Bozsik-Stadion nahmen die Spieler den Pokal entgegen. Matchwinner gegen Győri ETO war Abraham, dessen Treffer aus dem Hinspiel die Entscheidung brachte.

2013 stand der Bp. Honvéd nach langer Zeit wieder auf dem Podium: Die von Marco Rossi betreute Mannschaft sicherte sich die Bronzemedaille in der Meisterschaft.

2017 übertraf der italienische Coach diesen Erfolg nach seiner Rückkehr noch: Allen Prognosen zum Trotz bezwang das Team am letzten Spieltag den direkten Rivalen und holte den 14. Meistertitel der Vereinsgeschichte. Die Torjägerkrone sicherte sich Márton Eppel mit 15 Treffern. (In der Champions-League-Qualifikation scheiterte man am israelischen Vertreter Hapoel Be’er Scheva.)

2018 belegte die Mannschaft den zur Europa-League-Teilnahme berechtigenden vierten Platz, und Davide Lanzafame wurde mit 18 Toren Torschützenkönig.

2019 eroberte das Team im Saisonendspurt erneut Rang vier und stand nach zehn Jahren wieder im Pokalfinale. Der Titel blieb zwar verwehrt, doch den Torschützenkönig stellte mit Filip Holender aus der vereinseigenen Magyar Futball Akadémia erneut Honvéd. Im Frühjahr desselben Jahres übernahm die Reditus Equity Zrt. sämtliche Vereinsanteile.

In der durch die Corona-Pandemie geprägten Spielzeit 2019/2020 zog das Team erneut ins Endspiel des Ungarischen Pokals ein. Durch einen Doppelpack von Djordje Kamber siegte Honvéd mit 2:1 gegen Mezőkövesd und feierte den 8. Pokalsieg der Vereinsgeschichte. In der Liga belegte man Rang fünf.

In der Europa League meisterte die Mannschaft in allen drei Spielzeiten die erste Qualifikationsrunde und schied jeweils in der zweiten Runde aus.

Am 24. Juli 2021 erlebte der Verein einen Meilenstein: Mit einem Freundschaftsspiel gegen den FC Villarreal wurde die neue Bozsik Aréna feierlich eingeweiht. Das Stadion erfüllt die UEFA-Kategorie 4 sowie die MLSZ-Kategorie I-A und bietet 8.200 Zuschauern Platz.

Die drei Spielzeiten nach dem Pokalsieg verliefen weniger glücklich: Zwar stellte Kispest regelmäßig Top-Torschützen (zunächst Dániel Gazdag, danach zweimal Nenad Lukić), doch der Klassenerhalt gelang 2020/2021 erst am vorletzten und in der Folgesaison erst am letzten Spieltag. Am Ende der Saison 2022/2023 stieg Honvéd schließlich zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte aus der ersten Liga ab.

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