
Sándor Kocsis
Sándor Kocsis
(21. September 1929 – 22. Juli 1979)
Sándor Kocsis, der rechte Halbstürmer der legendären ungarischen Goldenen Mannschaft (Aranycsapat), begann seine Laufbahn 1947 beim Ferencvárosi Torna Club (FTC). Nachdem der Verein 1949 in Élelmezésipari Dolgozók Országos Szövetsége (EDOSZ) umbenannt wurde, spielte er noch eine weitere Saison für Fradi.
Von 1950 bis 1956 trug er, wie auch die anderen legendären Spieler der Goldenen Mannschaft, das Trikot von Budapesti Honvéd. Gemeinsam mit László Budai bildete er ein geniales Gespann auf dem rechten Flügel. Mit Honvéd feierte er 1952, 1954 und 1955 die ungarische Meisterschaft und wurde ebenfalls dreimal Torschützenkönig der Liga (1951, 1952, 1954). Sándor Kocsis erzielte 177 Tore im Trikot von Honvéd. Nach dem Volksaufstand von 1956 emigrierte er wie der Großteil der Goldenen Mannschaft. Zwischen 1948 und 1956 gewann er sechs Meistertitel und war 1951, 1952 sowie 1954 der treffsicherste Spieler der ungarischen Meisterschaft. Während seiner Karriere in Ungarn streifte er sich von 1948 bis 1956 insgesamt 68 Mal das Trikot der Nationalmannschaft über. Neben Puskás zählt er zu den torgefährlichsten ungarischen Fußballern aller Zeiten und erzielte im Nationaldress 75 Tore. Er gehörte jener Mannschaft an, die bei den Olympischen Spielen in Helsinki die Goldmedaille holte. Zudem stand er am 25. November 1953 im Wembley-Stadion auf dem Platz, als die englische Nationalmannschaft zum ersten Mal nach neunzig Jahren auf den Britischen Inseln gegen ein Team vom Kontinent verlor. Er nahm auch an der Weltmeisterschaft in der Schweiz teil, bei der die ungarische Mannschaft, die damals als absoluter Favorit galt, im Finale mit 2:3 gegen die Auswahl der BRD unterlag, die sie in der Gruppenphase noch mit 8:3 bezwungen hatte. Trotz der Finalniederlage wurde Kocsis mit 11 Treffern Torschützenkönig der WM 1954.
Das unter dem Spitznamen „Kocka“ bekannte Stürmergenie galt dank seiner Spielintelligenz, seiner überragenden Technik und seiner Torgefährlichkeit als einer der besten Spieler seiner Ära. Gemeinsam mit Budai II, dem Flügelspieler der Goldenen Mannschaft, inszenierte er auf der rechten Spielfeldseite eine Reihe herrlich herausgespielter Angriffe, die oft zu Toren führten. Zu seinen besonderen Stärken zählte sein außergewöhnliches Kopfballspiel, mit dem er gegnerische Abwehrreihen regelmäßig vor unlösbare Aufgaben stellte.
Nach seiner Emigration schloss er sich 1957 dem FC Young Fellows Zürich an, von wo aus er 1958 – ähnlich wie Puskás – in die spanische Liga wechselte und bis 1966 an der Seite von Czibor für den FC Barcelona auflief. Mit dem katalanischen Klub gewann er 1959 und 1960 die spanische Meisterschaft und holte 1959 sowie 1963 den spanischen Pokal. Er blieb für den Rest seines Lebens in Barcelona und verstarb am 22. Juli 1979 in der katalanischen Metropole.



