Kispest–Honvéd FC
Kispest–Honvéd FC
Die Geschichte des Bozsik-Stadions

Die Geschichte des Bozsik-Stadions

GESCHICHTE:

Nicht weit vom heutigen Stadion entfernt – dort, wo sich heute der Friedhof befindet – entstand der erste eigene Sportplatz des Vereins. Die Gemeinde schenkte dem KAC ein Grundstück am Ende der Sárkány utca, woraufhin der Verein eine Spendensammlung unter den Kispester Handwerkern und Kaufleuten initiierte. Vor allem dank der tatkräftigen finanziellen Unterstützung des Hotelbesitzers Ferenc Polacsek und des Holzhändlers Ferenc Herbacsek gelang es, die Sportanlage zu errichten. 1913 wurde die Anlage in der Sárkány utca eingeweiht, die von den Gegnern später treffend als „Drachenhöhle“ bezeichnet wurde. Am 18. November 1926 bewilligte die Stadt Kispest 500 Millionen Kronen für die Modernisierung des Platzes in der Sárkány utca. 1935 brannten während eines Spiels gegen Attila die Holztribüne und die Vereinsgebäude nieder; glücklicherweise forderte der Vorfall keine Menschenleben. Dank Präsident József Molnár führte dies jedoch zu keiner Krise des Klubs – noch im selben Jahr wurde eine neue, deutlich größere und modernere Tribüne errichtet.

Am Sonntag, dem 2. Januar 1938, wurde die neue Sportanlage des Kispesti AC feierlich eingeweiht. Die neue Arena befand sich neben der Endstation der Straßenbahnlinie 42 und bot Platz für 8.000 Zuschauer (5.000 Sitz- und 3.000 Stehplätze). Damals gab es bereits Bäder mit Warm- und Kaltwasser, was für die damalige Zeit außergewöhnlich war. Am 12. Februar 1939 begann mit dem Ligaspiel Kispest–Nemzeti ein weiteres Kapitel in der Vereinsgeschichte: Ein moderner Platz wurde übergeben, dessen Tribünen bereits 15.000 Zuschauern Platz boten. Das Spielfeld war zu diesem Zeitpunkt bereits mit einem Naturrasen bedeckt.
1945, praktisch unmittelbar nach Kriegsende, begannen die Kispester mit dem Wiederaufbau. Sie säten neuen Rasen, setzten die überdachte Betontribüne instand und errichteten auf dem Gelände bis zum Friedhof einen Trainingsplatz.

1955 wurde der Platz umgebaut und erweitert, sodass die Mannschaft die gesamte Meisterschaft auswärts bestreiten musste. Am 20. Mai 1967 wurde anlässlich eines Freundschaftsspiels gegen Szombathelyi Haladás die Flutlichtanlage eingeweiht. Das Stadion fasste damals 25.000 Zuschauer. Dem Team standen je ein Rasen-, Asche- und Hartplatz zur Verfügung.

Kispest war der erste Ort in Ungarn, an dem ein Stadion nach einem Fußballspieler benannt wurde – und wer hätte es mehr verdient als der 101-fache ungarische Nationalspieler und Kispester Star József Bozsik. Am ersten Oktobertag 1986 wurde das Bozsik-Stadion im Rahmen eines farbenfrohen, spektakulären Programms eingeweiht, gekrönt vom Europapokal-Derby Bp. Honvéd–Bröndby. Vor dem Anpfiff sprach Lajos Tichy im Namen der Kispester Fußballer, gefolgt von einer Ansprache des damaligen Präsidenten der Rot-Weißen, Sándor Kiss. Ein Feuerwerk beschloss die glanzvolle Gala. Leider verlief die Fortsetzung auf dem Platz nicht wie erhofft für die 15.000 anwesenden Fans: Honvéd kam über ein 2:2 gegen den Rivalen nicht hinaus und verabschiedete sich nach der Hinspielniederlage in Dänemark aus dem Europapokal der Landesmeister.

Zur Namensgebung erhielt das Stadion ein neues, stärkeres Flutlicht, der Rasen wurde vollständig ausgetauscht und das Spielfeld verbreitert und verlängert. Auf dem Stadiongelände entstand zudem ein Hotel mit 20 Zimmern und einem Restaurant für 200 Personen im Erdgeschoss. Größere Arbeiten wurden danach 1990 durchgeführt, als die Umkleidekabinen und Duschen renoviert und die alte Turnhalle in einen VIP-Klub umgewandelt wurde.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Bozsik-Stadions folgte im Sommer 2006 mit dem Einstieg der Hemingway Group in Kispest. Auf Beschluss von George F. Hemingway, dem neuen Eigentümer von Budapest Honvéd, wurde die traditionsreiche Sportstätte bis zum Beginn der Frühjahrssaison 2007 renoviert – ein in Ungarn seltener Fall privater Finanzierung. Im September 2006 begann die Sanierung mit dem Hauptplatz und dem Rasentrainingsplatz (ersterer erhielt ein Entwässerungs- und automatisches Bewässerungssystem sowie neuen Rollrasen; letzterer wurde fachgerecht wiederhergestellt). Ein neuer Zaun wurde um das Stadion gezogen; 6.000 Kunststoffsitze – selbstverständlich in Rot und Schwarz – wurden auf den erneuerten Rängen montiert; der Pressebereich wurde modernisiert, ein moderner Kraftraum eingerichtet, und die Beschallung, die Platzbeleuchtung sowie die Sicherheit wurden durch ein neues Videoüberwachungssystem verbessert. Auch die Funktionsräume wurden saniert: Kioske, Fanshop, Wäscherei, Umkleiden, Duschen und Toiletten wurden modernisiert. Die Renovierung führten die Encsi Bau Kft. und das Schlosserunternehmen Háder zur vollsten Zufriedenheit aller durch. Die Präzision und Flexibilität Letzterer zeigte sich insbesondere darin, dass neue Kamerapodeste zur Unterstützung der Fernsehübertragungen in Rekordzeit fertiggestellt wurden.

Die Sanierung des Gebäudes der Ungarischen Fußballakademie begann im März 2006 und wurde im Juli 2007 abgeschlossen. Im Herbst 2007 entschloss sich die Vereinsführung zu einem bedeutenden Schritt: Als erstes Stadion nach der Zaunbau-Welle der 1990er-Jahre wurden im Bozsik-Stadion die Zäune vor den Tribünen entfernt – ein bis dahin einzigartiger Vorgang in Ungarn. Im Dezember 2008 wurde der Kunstrasenplatz mit einer Tribüne für 200 Zuschauer übergeben.

Die Vergangenheitsform ist begründet, denn am 22. September 2018 verabschiedeten sich der Verein und die Fans im Rahmen eines Familientags mit Galaspiel vom Bozsik-Stadion, um an dessen Stelle ein hochmodernes Stadion der UEFA-Kategorie 4 entstehen zu lassen.

Kapazität des früheren Bozsik-Stadions: 10.000 Plätze (6.000 Sitzplätze, 4.000 Stehplätze)
Spielfeldmaße: 105 x 68 m

Beim Neubau wurden die Beton- und Ziegeltrümmer des alten Stadions zu einhundert Prozent wiederverwendet. Im April 2019 wurde auf dem Gelände des alten hinteren Rasenplatzes (früher Hartplatz) eine 250 kg schwere Weltkriegsbombe entdeckt, die am 28. April vor Ort von Kampfmittelräumern entschärft wurde. Am 26. August 2019 wurde während einer Vollsperrung der Bahnstrecke ein 20 Meter langes, 16 Tonnen schweres Brückenelement eingehoben, über das Gästefans zum Stadion gelangen. Die Bauarbeiten erreichten am 6. Dezember 2019 ihren höchsten Punkt; das traditionelle Richtfest wurde im Beisein der Kispest-Fans gefeiert, deren Fangesänge erstmals das neue Stadion erfüllten.

Die Eröffnungsfeier fand am 24. Juli 2021 statt, als unsere Mannschaft die neue Arena, die nun den Namen Bozsik Aréna trägt, bei einem Freundschaftsspiel gegen das B-Team des Europa-League-Siegers Villarreal erstmals in Besitz nehmen konnte. Vor dem Anpfiff erwarteten unsere Legenden die Fans auf dem Lipták Grund, und auch das neue Outfit unseres Maskottchen-Löwen Leo (III.) feierte Premiere. Dank der Ungarischen Streitkräfte brachte ein Fallschirmspringer den Spielball ins Stadion, vor dem Spiel und in der Halbzeitpause trat die Bagossy Brothers Company auf. Das feierliche Band schnitten der damals älteste lebende Meister unseres Vereins, Antal Bárfy, der Sohn des Namensgebers, Péter Bozsik, und Miteigentümer Dániel Mendelényi durch; den Ehrenanstoß führte die Urenkelin von Ferenc Puskás, Ane de Juan, aus. In der Startelf der torlos (0:0) endenden Partie stand Djordje Kamber, der sich mit diesem Einsatz nach 243 Spielen in Rot-Schwarz aus seiner Profikarriere verabschiedete.

Auf dem Vorplatz des Stadions öffnete der Fan-Pub namens Lipták Grund Pub seine Pforten, während daneben eine sechs Meter hohe, fast 6.000 Teile umfassende und 6 Tonnen schwere Löwenstatue (geschaffen von Gábor Miklós Szőke) die Ankommenden begrüßt und die Arena „bewacht“. Genau dort, wo die Löwenstatue steht, befand sich einst der historische Lipták Grund sowie die Wohnhäuser der Familien Puskás und Bozsik, in denen die beiden größten Legenden unseres Vereins aufwuchsen.

Die Bozsik Aréna in Zahlen

8.200 Zuschauer
105 x 68 Meter Spielfeld
70.000 m2 Grundstücksfläche
8.200 m2 bebaute Fläche
23.300 m2 Grünfläche
30.500 m2 befestigte Fläche
1.500 pulverbeschichtete rote, schwarze und weiße Verkleidungselemente
1.150 Stahlbeton-Fertigteile
750 Tonnen Stahlkonstruktion
8.000 m3 Beton
1.100 Tonnen Bewehrungsstahl
228.400 Meter Stark- und Schwachstromkabel
18 Einlassdrehkreuze
438 Parkplätze
242 LED-Spielfeldleuchten
320 m2 Solarpaneele
2 Giant Screens von je 50 m2
250 lfm LED-Bandenwerbung

E-MailFacebook

Verwandte Nachrichten

„Dringend nötig“ – Wichtiger Heimsieg gegen Kisvárda lässt uns in der Tabelle klettern

„Dringend nötig“ – Wichtiger Heimsieg gegen Kisvárda lässt uns in der Tabelle klettern

Am 12. Spieltag der OTP Bank Liga feierten wir einen 1:0-Erfolg gegen Kisvárda Master Good und machten damit in der Tabelle wichtige Plätze gut.

30.10.2026 | Klub

Fans und Leinwand draußen, Kinder drinnen – Vor dem Ligaspiel gegen Kisvárda

Fans und Leinwand draußen, Kinder drinnen – Vor dem Ligaspiel gegen Kisvárda

Informationen und Wissenswertes – alles, was man über das Spiel gegen Kisvárda Master Good wissen muss.

29.10.2026 | Klub

Tamás Somogyi ist Spieler des Monats September

Tamás Somogyi ist Spieler des Monats September

Nach der Abstimmung des Vorstands hat sich unser erst 17-jähriger offensiver Mittelfeldspieler die Auszeichnung als Spieler des Monats September verdient.

29.10.2026 | Erste Mannschaft

Abschied aus dem Ungarischen Pokal

Abschied aus dem Ungarischen Pokal

In der 4. Runde des MOL Ungarischen Pokals mussten wir uns auswärts bei Gyirmót FC Győr mit 1:3 geschlagen geben und schieden damit aus dem laufenden Wettbewerb aus.

27.10.2026 | Klub